Gefährliche Cockpit-Gadgets
Älter als 7 Tage

Airbus warnt vor Sonnenblenden und Kamerahalterungen

Hitzeschaden in A320-Seitenfenster
Hitzeschaden in A320-Seitenfenster, © Airbus

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TOULOUSE - Im Reiseflug heizt sich ein A320-Cockpitfenster unkontrolliert auf - bis sich die innere Fensterschicht zusammenzieht. Der Zwischenfall geht laut Airbus auf einen fehlerhaften Sensor zurück. Eine Sonnenblende, die für den Einsatz im Airbus-Cockpit nicht vorgesehen war, spielte ebenfalls eine Rolle.

Airbus nennt weder Zeitpunkt noch Betreiber - ein Zwischenfall auf einem A320-Flug soll andere Crews aber für Gefahren durch "nicht-zertifiziertes Equipment an Cockpitfenstern" sensibilisieren.

In einer A320 setzt die Scheibenheizung das rechte Cockpitseitenfenster im Flug unter hohe Temperatur - ein Warnsystem löst aus, die Piloten unterbrechen den Stromkreislauf. Im Anflug auf den Zielflughafen zieht sich auf 1.000 Fuß die innere Acrylschicht des Fensters zusammen, die äußere Struktur bleibt intakt.

Airbus lässt das Fenster nach dem Vorfall vom Hersteller überprüfen. Experten stoßen auf die Fehlerquelle - ein defekter Sensor trieb die Scheibenheizung hoch. Das spätere Materialversagen hatte aber noch einen weiteren Grund: Die Piloten hatten eine nicht-zugelassene Sonnenblende vor das Fenster geklemmt.

Hitzeschaden an Sonnenblende
Hitzeschaden an Sonnenblende, © Airbus
 
Dadurch sei zwischen Fenster und Blende "Stauhitze" entstanden - das Fenster konnte die hohe Temperatur nicht ins Cockpit ableiten. Die Baumarkt-Blende zeigte nach der Landung ebenfalls einen sichtbaren Hitzeschaden.

Ähnlicher Effekt durch Saugnapfhalterungen

Airbus warnt in diesem Zusammenhang nicht nur vor Sonnenblenden, sondern vor jeglichen nicht-zugelassener Gadgets im Cockpit - und explizit vor Saugnapfhalterungen, mit denen sich etwa Kameras am Fenster befestigen lassen.

Auch hiermit sei es bereits zu Fällen "lokaler Überhitzung" und "Blasenbildung" in der inneren Scheibenschicht gekommen. Ferner bestehe die Gefahr, dass sich die Saugnäpfe im Flug lösen - und befestigtes Gerät auf Bedienfelder fällt.
© aero.de | Abb.: Airbus | 16.07.2026 06:16

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Beitrag vom 16.07.2026 - 20:58 Uhr
Die Airbus Sonnenblenden sind weit entfernt von "ideal". So ziemlich jeder der auf einem Airbus geflogen ist, kann das aus eigener Erfahrung bestätigen. Vermutlich ist eine gewisse Lichtdurchlässigkeit für die Zertifizierung vorgeschrieben.. Jedoch ist die Verdunkelung oftmals nicht ausreichend.

Wie OuterMarker bereits geschildert hat, bedeckt die Sonnenblende nicht jeden Bereich. Wenn die Sonne über einen langen Zeitraum genau aus dem Winkel in die Augen scheint, die die Sonnenblende nicht bedeckt, muss man eben Alternativen finden. Vor allem wenn Airbus diese nicht liefern kann. Eine Alternative wäre eine extrem verdunkelnde Sonnenbrille, jedoch würde man dann die Displays nicht mehr ordentlich sehen. Daher ist es für viele die "sicherere" und "bessere" Option, einen Sonnenschutz fürs Auto zu verwenden.

Dieser sollte jedoch nicht direkt an die Scheibe gepresst werden, sondern je nach Cockpit anderweitig verwendet werden (z.B. Spalt von der Airbus Sonnenblende).

Nach diesem Vorfall fängt Airbus hoffentlich an mehr auf die Erfahrungen von Piloten zu hören. Und hoffentlich kleben weniger Piloten Ihre Temu Sonnenblenden an die Airbus Fenster. Ist ja auch nicht das erste Mal, dass sowas vorkommt..
Beitrag vom 16.07.2026 - 19:29 Uhr

Also bitte erläutern sie doch kurz warum Airbus kein funktionierende Sonnenblenden hat

Ich weiß leider nicht, was ich noch zusätzlich erläutern kann. Die Sonnenblende sind Schrott. Anscheinend sehen das viele A320 jockeys gleich, sonst würden anscheinend nicht so viele den Kik Kindersonnenschutz verwenden

Also toll sind sie wirklich nicht, auch aufm 330 nicht.... nach einem Nachtflug gen Osten im NAT morgens noch 2 Stunden in die pralle Sonne zu starren, weil die ausziehbare Sonnenblende an der Frontscheibe einen 15cm Spalt zwischen Glareshield und Blende lässt, ist echt kein Geschenk - auch mit Sonnenbrille nicht.
Es ist verlockend etwas davor zu klemmen. Allerdings nehm ich dafür immer so einen eingeschweißten DIN A5 Zettel den ich in den Blendenschlitz schiebe. Dadurch ist zumindest die Luftzirkulation and der Frontscheibe gewährleistet und ich werd nicht blind.

Und dann im Dunkeln: Die Lampe, die auf den Tisch leuchten soll, wurde nicht wie beim 320 unterm Glareshield angebracht, nein, sondern fast direkt überm Sitz, so dass man immer seinen eigenen Schädel im Lichtweg hat, wenn man Notizen machen will.

Also liebe Leute, wie "tutnixzursache": Bevor ihr nicht selber mit diesen Dingen konfrontiert seid, Füße still halten. Die Hersteller machen sehr viele Designfehler und lernen (gefühlt) sehr langsam....

Und weil wir Piloten ja so dumm sind, uns nie an Regeln halten, unsere Safety Reports entsprechend solcher Details von jedem Hersteller akribisch gehört und im Herstellungs-/Designprozesss berücksichtigt werden, greifen manche von uns eben mangels Alternativen auf den Baumarkt zurück, damit einem nicht alle Stäbchen und Zäpfchen weggebrutzelt werden.

PS.: Bei den nervigen Kamerahalterungen bin ich d'accord, brauch niemand, diesen Datenmüll für Klicks bei TikTok oder YT.
Beitrag vom 16.07.2026 - 17:34 Uhr

Also bitte erläutern sie doch kurz warum Airbus kein funktionierende Sonnenblenden hat

Ich weiß leider nicht, was ich noch zusätzlich erläutern kann. Die Sonnenblende sind Schrott. Anscheinend sehen das viele A320 jockeys gleich, sonst würden anscheinend nicht so viele den Kik Kindersonnenschutz verwenden


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